Anschreiben schreiben: Aufbau, Muster und Tipps
Das Anschreiben ist deine Chance zu zeigen, warum genau du zu dieser Stelle passt. Mit diesem Aufbau schreibst du es in 20 Minuten – ohne Floskeln.
Personaler lesen ein Anschreiben oft nur 30 bis 60 Sekunden. In dieser Zeit wollen sie drei Dinge wissen: Um welche Stelle geht es? Kann die Person, was wir brauchen? Will sie wirklich zu uns? Ein gutes Anschreiben beantwortet genau diese Fragen – kurz und konkret.
Aufbau eines Anschreibens
Ein klassisches Anschreiben in Deutschland folgt einem festen Aufbau. Bei einer Bewerbung per E-Mail entfallen die Adressblöcke; der Rest bleibt gleich.
- Absender und Empfänger (nur bei PDF oder Post): Name, Adresse, Telefon, E-Mail; darunter die Firmenadresse.
- Ort und Datum, rechtsbündig.
- Betreff: „Bewerbung als [Stelle]“, gern mit Referenznummer der Anzeige.
- Anrede: möglichst mit Namen, z. B. „Sehr geehrte Frau Schneider,“.
- Einleitung: warum diese Stelle, warum diese Firma.
- Hauptteil: deine Erfahrung und Fähigkeiten – mit Beispielen, passend zur Anzeige.
- Schluss: Verfügbarkeit, eventuell Gehaltsvorstellung, Wunsch nach einem Gespräch.
- Grußformel: „Mit freundlichen Grüßen“ und dein Name.
Die Form orientiert sich an der Norm DIN 5008. Wichtiger als jeder Millimeter ist aber: maximal eine Seite, gut lesbar, keine Rechtschreibfehler.
Die Einleitung: ohne „hiermit bewerbe ich mich“
Der Satz „Hiermit bewerbe ich mich um …“ steht in Tausenden Bewerbungen. Stärker ist ein Einstieg, der sofort einen Bezug herstellt:
- zur Anzeige: „In Ihrer Anzeige suchen Sie eine Pflegefachkraft für die Geriatrie – genau dort arbeite ich seit drei Jahren.“
- zur Firma: „Ihr Betrieb ist auf Photovoltaik spezialisiert – in diesem Bereich möchte ich mich weiterentwickeln.“
- zu einem Gespräch: „Vielen Dank für das freundliche Telefonat am Dienstag.“
Der Hauptteil: Beweise statt Eigenschaften
„Ich bin teamfähig, belastbar und zuverlässig“ sagt fast jeder. Überzeugender ist ein Beispiel, das diese Eigenschaften zeigt:
- Statt „belastbar“: „An vollen Abenden betreue ich bis zu zwölf Tische.“
- Statt „zuverlässig“: „In zwei Jahren Schichtdienst hatte ich keinen einzigen unentschuldigten Fehltag.“
- Statt „erfahren“: „Ich habe bei der Montage von zwölf PV-Anlagen mitgearbeitet.“
Lies die Anzeige genau und nimm die zwei bis drei wichtigsten Anforderungen auf. Zu jeder schreibst du einen Satz, der zeigt, dass du sie erfüllst.
Der Schluss: konkret werden
Nenne, ab wann du anfangen kannst, und – nur wenn die Anzeige danach fragt – deine Gehaltsvorstellung als Bruttojahresgehalt. Beende das Anschreiben mit einem selbstbewussten Satz ohne Konjunktiv:
- Schwach: „Ich würde mich freuen, wenn Sie mich eventuell einladen würden.“
- Besser: „Über eine Einladung zu einem persönlichen Gespräch freue ich mich.“
Muster: Anschreiben für eine E-Mail-Bewerbung
Betreff: Bewerbung als Lagerhelfer (m/w/d) – Referenznummer 10000-1234567890-S
Sehr geehrte Damen und Herren,
in Ihrer Anzeige suchen Sie einen Lagerhelfer für den Wareneingang. Ich bringe zwei Jahre Erfahrung aus einem Logistikzentrum mit und möchte mich gerne in Ihrem Team einbringen.
Bei meinem bisherigen Arbeitgeber habe ich Waren angenommen, mit dem Handscanner gebucht und Aufträge kommissioniert. Auch in Stoßzeiten arbeite ich genau; einen Staplerschein besitze ich seit 2023.
Schichtarbeit ist für mich kein Problem, und ich kann sofort beginnen.
Über eine Einladung zu einem Gespräch freue ich mich.
Mit freundlichen Grüßen
Max Mustermann
Tel. 0151 23456789
Weitere Muster für einzelne Berufe findest du unter Bewerbung nach Beruf, zum Beispiel für Pflegefachkräfte oder Berufskraftfahrer.
Die häufigsten Fehler
- Ein Anschreiben für alle Firmen. Personaler erkennen Serienbriefe sofort. Jede Firma braucht eigene Sätze.
- Den Lebenslauf nacherzählen. Das Anschreiben ergänzt den Lebenslauf und erklärt, warum er zur Stelle passt.
- Falscher Firmenname oder falscher Ansprechpartner – der schnellste Weg zur Absage.
- Zu lang. Mehr als eine Seite liest kaum jemand.
- Nur Ich-Sätze. Stell den Nutzen für die Firma in den Mittelpunkt.
Häufige Fragen
Wie lang sollte ein Anschreiben sein?+
Maximal eine DIN-A4-Seite, bei einer Bewerbung im E-Mail-Text eher noch kürzer. Drei bis vier Absätze sind ideal.
Brauche ich heute überhaupt noch ein Anschreiben?+
Manche große Unternehmen verzichten darauf. Bei kleinen und mittleren Betrieben, im Handwerk, in der Pflege und in der Gastronomie ist ein kurzes Anschreiben aber weiterhin üblich und erhöht deine Chancen.
Was schreibe ich, wenn kein Ansprechpartner genannt ist?+
Versuche zuerst, den Namen herauszufinden – über die Website oder einen kurzen Anruf. Klappt das nicht, ist „Sehr geehrte Damen und Herren,“ weiterhin korrekt.
Darf ich das Anschreiben mit KI schreiben?+
Ja, solange alles stimmt, was darin steht. Lies den Text immer selbst, korrigiere Details und achte darauf, dass nichts erfunden ist.
Anschreiben nicht selbst tippen?
Jobmir findet passende Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit und schreibt für jede Firma ein eigenes Anschreiben. Du prüfst und gibst frei – die Bewerbung geht in deinem Namen raus, Antworten kommen direkt zu dir.
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