Gehaltsvorstellung angeben: So findest du die richtige Zahl
Zu hoch wirkt unrealistisch, zu niedrig verschenkt Geld. Mit ein wenig Recherche findest du eine Gehaltsvorstellung, die du selbstbewusst begründen kannst.
Viele Stellenanzeigen bitten um die „Angabe deiner Gehaltsvorstellung“. In Deutschland ist das ganz normal – und kein Test, den du nur verlieren kannst.
Brutto, nicht netto
Gehälter werden in Deutschland immer brutto angegeben, also vor Steuern und Sozialabgaben. Wie viel netto übrig bleibt, hängt unter anderem von deiner Steuerklasse ab.
- Feste Stellen: Bruttojahresgehalt, z. B. „38.000 Euro brutto im Jahr“
- Helfer- und Stundenjobs: Bruttostundenlohn, z. B. „15,50 Euro brutto pro Stunde“
- Minijob: Stundenlohn oder Monatsbetrag bis zur Verdienstgrenze
So findest du eine realistische Zahl
- Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit: zeigt mittlere Gehälter nach Beruf, Region und Alter.
- Tarifverträge: In Pflege, öffentlichem Dienst, Handwerk und Handel gibt es oft Tarife, die du nachlesen kannst.
- Stellenanzeigen: Viele Anzeigen nennen inzwischen eine Gehaltsspanne.
- Dein aktuelles Gehalt: Für einen Wechsel sind 5 bis 15 Prozent mehr üblich.
Die Untergrenze ist immer der gesetzliche Mindestlohn (2026: 13,90 Euro pro Stunde). In manchen Branchen gelten höhere tarifliche Mindestlöhne, etwa in Pflege und Gebäudereinigung.
Formulierungen für das Anschreiben
- „Meine Gehaltsvorstellung liegt bei 36.000 Euro brutto im Jahr.“
- „Ich stelle mir ein Bruttojahresgehalt zwischen 34.000 und 37.000 Euro vor.“
- „Eine Vergütung nach Tarif (TVöD P) ist für mich passend.“
Eine Spanne ist in Ordnung, sollte aber nicht zu breit sein – der Arbeitgeber nimmt ohnehin eher die untere Zahl.
Im Gespräch verhandeln
- Begründe deine Zahl mit Erfahrung, Qualifikationen und Verantwortung.
- Denk an Zusatzleistungen: Schichtzulagen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Fahrtkostenzuschuss, betriebliche Altersvorsorge, Weiterbildung.
- Bleib ruhig: Ein Gegenangebot ist normal, keine Ablehnung.
Häufige Fragen
Muss ich eine Gehaltsvorstellung angeben, wenn danach gefragt wird?+
Ja, sonst wirkt es, als hättest du die Anzeige nicht genau gelesen. Eine kurze Zahl oder Spanne im letzten Absatz genügt.
Was ist der Entgeltatlas?+
Ein kostenloses Online-Tool der Bundesagentur für Arbeit. Es zeigt, was Beschäftigte in einem Beruf im Mittel verdienen – aufgeschlüsselt nach Bundesland, Alter und Geschlecht.
Was passiert, wenn meine Vorstellung zu hoch ist?+
Oft macht der Arbeitgeber ein Gegenangebot. Nur bei deutlich überzogenen Zahlen wird die Bewerbung aussortiert. Deshalb lohnt sich die Recherche.
Anschreiben nicht selbst tippen?
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