jobmir.com
Arbeitsalltag

Probezeit: Deine Rechte, die Kündigungsfrist und wie du sie gut überstehst

Im Arbeitsvertrag steht „Probezeit: 6 Monate“. Was bedeutet das genau, welche Rechte hast du – und wie kommst du gut durch die ersten Monate?

JJobmir-RedaktionAktualisiert am 2 Min. Lesezeit

Fast jeder Arbeitsvertrag in Deutschland beginnt mit einer Probezeit. Sie gibt beiden Seiten Zeit, sich kennenzulernen. Wichtig: Die Probezeit macht den Vertrag nicht „schwächer“. Lohn, Sozialversicherung und deine grundlegenden Rechte gelten vom ersten Tag an. Anders ist nur, dass das Arbeitsverhältnis schneller gekündigt werden kann.

Wie lange dauert die Probezeit?

  • Höchstens 6 Monate – so steht es im Gesetz. Kürzere Zeiten wie 3 Monate sind möglich.
  • Eine Probezeit gibt es nur, wenn sie vereinbart ist: im Arbeitsvertrag oder im Tarifvertrag.
  • Bei befristeten Verträgen muss die Probezeit im Verhältnis zur Dauer der Befristung stehen. Sechs Monate Probezeit bei einem Sechsmonatsvertrag sind in der Regel nicht zulässig.
  • Über sechs Monate hinaus lässt sich die Probezeit nicht verlängern.

Kündigung in der Probezeit: zwei Wochen

In der Probezeit können beide Seiten mit einer Frist von zwei Wochen kündigen – zu jedem beliebigen Tag, nicht nur zum 15. oder Monatsende.

  • Der Arbeitgeber braucht keinen Kündigungsgrund. Das Kündigungsschutzgesetz greift erst nach sechs Monaten Beschäftigung und in Betrieben mit mehr als zehn Beschäftigten.
  • Eine Kündigung muss schriftlich mit Unterschrift erfolgen. Per E-Mail, WhatsApp oder SMS ist sie unwirksam – das gilt auch für deine eigene Kündigung.
  • Besonderer Kündigungsschutz, etwa bei Schwangerschaft, gilt auch in der Probezeit.
  • Nach einer Kündigung musst du dich innerhalb von drei Tagen bei der Agentur für Arbeit arbeitsuchend melden.

Wie du selbst richtig kündigst: Kündigung schreiben

Urlaub und Krankheit in der Probezeit

  • Urlaub: Der volle Jahresurlaub entsteht erst nach sechs Monaten. Vorher erwirbst du pro vollem Monat ein Zwölftel. Mit Absprache kannst du diese Tage auch in der Probezeit nehmen. Mehr dazu: Urlaubsanspruch
  • Krankheit: Melde dich sofort krank und hole bei Bedarf eine Krankschreibung. Die Entgeltfortzahlung beginnt erst nach vier Wochen Beschäftigung; davor zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Mehr dazu: Krankmeldung beim Arbeitgeber
  • Krankheit schützt nicht vor einer Kündigung. Unentschuldigtes Fehlen ist dagegen einer der häufigsten Kündigungsgründe in der Probezeit.

8 Tipps für eine gute Probezeit

  1. Sei pünktlich. Wenn du dich verspätest, sag vor Arbeitsbeginn Bescheid.
  2. Frag nach. Lieber einmal mehr fragen als denselben Fehler zweimal machen.
  3. Mach Notizen zu Abläufen, Zugängen und Ansprechpartnern.
  4. Halte dich an den Arbeitsschutz – besonders im Lager, im Handwerk und in der Küche.
  5. Hol dir Feedback. Nach sechs bis acht Wochen: „Wie zufrieden sind Sie bisher mit meiner Arbeit?“
  6. Rede mit den Kollegen. Das hilft beim Ankommen – und beim Deutsch.
  7. Schreib deine Arbeitszeiten auf, vor allem Überstunden. Mehr dazu: Arbeitszeit, Pausen und Überstunden
  8. Kenne das Enddatum. Danach gilt meist eine Kündigungsfrist von mindestens vier Wochen.

Häufige Fragen

Bekomme ich Arbeitslosengeld nach einer Kündigung in der Probezeit?+

Ja, wenn du in den letzten 30 Monaten mindestens 12 Monate versicherungspflichtig beschäftigt warst. Melde dich innerhalb von drei Tagen nach Erhalt der Kündigung arbeitsuchend. Kündigst du selbst, droht eine Sperrzeit.

Kann die Probezeit verlängert werden?+

Nur bis zur gesetzlichen Grenze von sechs Monaten. Eine dreimonatige Probezeit kann schriftlich auf höchstens sechs Monate verlängert werden, eine sechsmonatige nicht.

Darf in der Probezeit weniger gezahlt werden?+

Nur, wenn es im Vertrag ausdrücklich so vereinbart ist – und nie unter dem Mindestlohn. Steht nichts dazu im Vertrag, gilt das vereinbarte Gehalt ab dem ersten Tag.

Anschreiben nicht selbst tippen?

Jobmir findet passende Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit und schreibt für jede Firma ein eigenes Anschreiben. Du prüfst und gibst frei – die Bewerbung geht in deinem Namen raus, Antworten kommen direkt zu dir.

Kostenlos starten

Das könnte dich auch interessieren